Mobile Jugendarbeit

Jugendarbeit bildet neben der Grundlage der Erziehung im Elternhaus, der Schule, dem Hort, der Kindertagesstätten und der beruflichen Ausbildung einen wichtigen Eckpfeiler der Sozialisation (Persönlichkeitsentwicklung) von Kindern und Jugendlichen. Die gesetzliche Grundlage für Jugendarbeit schafft das Sozialgesetzbuch VIII §11 (Jugendarbeit) und §13 (Jugendsozialarbeit).

Die mobile Jugendarbeit im speziellen ist eine niedrigschwellige, aufsuchende Form Sozialer Arbeit. Sie vereint die Methode Gemeinwesenarbeit, Einzelarbeit und Gruppen- sowie Projektarbeit in einem Handlungskonzept.

Die Angebote mobiler Jugendarbeit:

  • Stehen grundsätzlich ALLEN jungen Menschen offen
  • Richten sich vorrangig an junge Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren

Ziele der mobilen Jugendarbeit sind:

  • Treffpunkte für junge Menschen im öffentlichen Raum zu erhalten und/oder schaffen,
  • jungen Menschen Formen der Beteiligung, Selbstorganisation und Verantwortungsübernahme ermöglichen,
  • zu eigenständigem Handeln  befähigen und gleichzeitig präventiv die Gefahren und möglichen Folgen ihres riskanten Handelns in verschiedenen Bereichen aufzeigen,
  • Akzeptanz und Toleranz vermitteln,
  • Formen sozialer Benachteiligung und Stigmatisierungen abbauen,
  • die strukturellen Lebens- und Rahmenbedingungen der jungen Menschen verbessern und,
  • die Jugendlichen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung  fördern und  unterstützen.

Zielgruppe

Mobile Jugendarbeit hat zum Ziel, junge Menschen, die in prekären Lebenslagen aufwachsen oder individuell beeinträchtigt sind, sozialpädagogisch zu fördern und zu unterstützen

Eine weitere Zielgruppe sind selbstorganisierte Jugendgruppen, deren Bemühungen um Eigenverantwortung von mobiler Jugendarbeit unterstützt und begleitet werden. Besonders im ländlichen Raum, wo sich viele Jugendliche in selbstverwalteten Jugendclubs aufhalten, kommt diesem Bereich eine sehr hohe Bedeutung zu.

Arbeitsprinzipien

Wertschätzung, Respekt und Akzeptanz

Die wertschätzende Haltung gegenüber jungen Menschen ist eine Grundvoraussetzung für den Zugang zu ihnen. Dabei werden sie als Personen in ihrer Gesamtheit angenommen.

Freiwilligkeit

Junge Menschen entscheiden selbst, ob und wie lange sie das Kontakt- und Beziehungsangebot zu der Fachkraft annimmt und inwieweit sie Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen möchten. Gleiches gilt für die Annahme und Teilhabe/Teilnahme an Projekten und Angeboten, die von der Fachkraft zur Verfügung gestellt werden.

Partizipation

Partizipation hat zum Ziel die Teilhabe- und Verwirklichungschancen junger Menschen zu verbessern. Junge Menschen sollen sich eingeladen fühlen frei von diskriminierenden Strukturen ihre individuellen Themen und Bedarfslagen eigenständig zu formulieren. Mobile Jugendarbeit handelt dabei MIT den jungen Menschen statt für sie.

Niedrigschwelligkeit und Flexibilität

Die Angebote sind von der Fachkraft so zu gestalten, dass sie unkompliziert angenommen werden können. Angebote mobiler Jugendarbeit, Zeiten und Orte werden flexibel und ergebnissoffen auf die Bedürfnisse der jungen Menschen angepasst.

Parteilichkeit

Die Fachkraft tritt für die Rechte junger Menschen sowie für die Förderung ihrer Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit ein.

Vertrauensschutz und Verschwiegenheit

Die Fachkraft hat eine berufliche Schweigepflicht. Ohne das Mandat der jungen Menschen werden keine personenbezogenen Daten erhoben, Akten geführt oder an Dritte weitergegeben.

Transparenz

Eine offene, authentische und ehrliche Haltung der Fachkraft gegenüber den jungen Menschen ist unabdingbar in der  Arbeit mit ihnen.

Methoden

Gemeinwesenarbeit

Gemeinwesenarbeit im Rahmen von Mobiler Jugendarbeit heißt, Lebenszusammenhänge und -probleme von jungen Menschen nicht nur individuell zu verstehen, sondern sie in einem Wirkungssystem mit anderen Menschen und ihrem sozialen Umfeld zu begreifen. Innerhalb der Mobilen Jugendarbeit bedeutet Gemeinwesenarbeit vor allem die öffentliche Beteiligung der Bürger:innen an Problemlösungsstrategien in Bezug auf die Entstigmatisierung jugendlicher Gruppen. Ein wichtiges Anliegen ist es, betroffene Jugendliche, Eltern und Bürger:innen im jeweiligen sozialen Raum zu aktivieren und Selbsthilfeprozesse zu initiieren, um auf diese Weise zur Verbesserung der Lebensqualität aller Bewohner:innen beizutragen.

Einzelarbeit

Einzelhilfe geschieht vor allem im Rahmen alltagsorientierter Beratung, die charakterisiert ist durch die Grundsätze der Freiwilligkeit, der Vertraulichkeit, der Parteilichkeit sowie sich am Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe orientiert.

Gruppen- und Projektarbeit

Mobile Jugendarbeit setzt an den bestehenden sozialen Beziehungen der Zielgruppe in ihren jeweiligen Sozialformen an. Ziel ist es, die strukturellen, sozialen und emotionalen Ressourcen von Peer Groups (Jugendgruppen) für ihre selbstbestimmten und selbstgesteuerten Entwicklungsprozesse zu begleiten und zu unterstützen. Je nach Bedarf erfolgt geschlechterreflektierende Arbeit in Gruppen. Verschiedene Aktionen, Projekt und Freizeiten werden initiiert.

Annelie Kommritz

  • Bachelor of Arts Soziale Arbeit, Staatlich anerkannte Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin
  • Zuständig für das Einzugsgebiet Gemeinde Röderaue, Gemeinde Wülknitz und Stadt Gröditz
  • Betreuung und Beratung der Jugendclubs Frauenhain, Lichtensee und Gröditz sowie des Stadtteiltreffs Gröditz
Büro: Mozartallee 14, 01609 Gröditz (gegenüber der Oberschule)
E-Mail:
Telefon: 015901389900
Instagram: mja_leuchtpunkt
BeReal: mja_leuchtpunkt
Snapchat: mja_leuchtpunkt

Öffnungszeiten

Uhrzeit Stadtteiltreff Bemerkung Uhrzeit Büro Fachkraft* Bemerkung
Montag 9 – 16 Uhr Offener Treff 9 – 13 Uhr Bewegte Pause an der OS Gröditz
Dienstag 9 – 17 Uhr Gaming-Day 9 – 14 Uhr Sprechzeiten
Mittwoch 9 – 17 Uhr Kreativnachmittag 9 – 13 Uhr Bewegte Pause an der OS Gröditz
Donnerstag 9 – 17 Uhr Sportangebot 9 – 14 Uhr Sprechzeiten
Freitag 9 – 13 Uhr Offener Treff 9 – 13 Uhr Bewegte Pause an der OS Gröditz
Samstag Nach Bedarf selbstverwaltet
Sonntag Nach Bedarf selbstverwaltet

*Anmerkung: die restliche Arbeitszeit ist die Fachkraft aufsuchend bzw. in den Jugendclubs als AnsprechpartnerIn aktiv.